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Strahlungsheizung

Was ist eine Strahlungsheizung

Strahlungsheizungen versorgen Räume über Heizungsplatten unter Fußböden, an Wänden oder an Decken mit Wärme. In Form von Infrarotstrahlgeräten sind sie hoch effizient in Hinsicht auf Wärmeabgabe und gewährleisten gleichzeitig ein wohngesundes Raumklima. Heutzutage bieten innovative Wärmekonzepte mit Strahlungsheizungen technologisch hoch entwickelte und ästhetisch ansprechende Lösungen für eine energieeffiziente Strahlungswärme.

Strahlungsheizung erklärt

Die Wärmeproduktion geschieht bei einer Strahlungsheizung über einen Infrarotstrahler, der während der Erzeugung von kurzwelliger, mittelwelliger oder langwelliger Strahlung Wärme produziert. Die für diesen Prozess benötigte Energie wird aus dem elektrischen Stromversorgungsnetz oder Photovoltaik genutzt. Die ausgesendete Wärmestrahlung trifft dabei auf Oberflächen jeglicher Art und erwärmt erst diese und die in dem Raum befindlichen Personen, von denen diese Infrarot Wärmestrahlung dann absorbiert wird. Dieser Prozess führt zu einer Erhöhung der Eigentemperatur und zu einem intensiven, wohligen Wärmegefühl. Erst allmählich kommt es durch Konvektion zu einer Wärmeaufladung der Luft im Raum, da die erwärmten Oberflächen und Personen ebenfalls Wärme ausstrahlen. Insgesamt entwickelt sich ein optimales Verhältnis zwischen der Wärmegenerierung durch die Strahlungsheizung und der Wärmeausstrahlung, was in eine natürliche thermische Behaglichkeit resultiert.

Infrarotheizung-Schema-Waermeverteilung – RAABoTherm®

Heutzutage bieten attraktive, platzeffiziente Innovationen erstklassige Infrarot Heizungslösungen mit einem hohen Wirkungsgrad für Wohn- und Arbeitsräume, die nicht nur wärmetechnisch, sondern auch optisch einen beeindruckend dekorativen Wert besitzen. Generell demonstrieren moderne, technisch ausgereifte Strahlungsheizungen fantastische Wärmeleistungen und erzielen reduzierte Wärmeverluste sowie eine perfekte Wärmeverteilung. Insbesondere Wärmewellenplatten an Decken und Wänden produzieren zu 70 % Strahlungswärme und zu 30 % über Konvektion (Wärmeströmung).

Was versteht man unter Konvektion (Wärmeübertragung)

Strahlungsheizung: Unterschiedliche Systeme

  1. Kompakte, elektrisch betriebene Infrarotstrahler für Innenräume haben sich als besonders praktische Heizlösung für Wohnräume erwiesen. Für ihren Betrieb muss lediglich ein kompatibler Stromanschluss vorhanden sein. Infrarot Strahlungsheizungen können passend zum allgemeinen Einrichtungskonzept in verschiedenen Formen und Farben erstanden werden. Moderne Gestaltungsweisen setzen auf sachliche, gerahmte oder rahmenlose Konturen und Materialien wie Naturstein, Keramik, Glas und Metall.Unterschieden wird bei Infrarot Strahlungsheizungen auch zwischen Hellstrahler im Wellenlängenbereich A-Kurzwelle und Dunkelstrahler im Wellenlängenbereich C-Langwelle. Während bei Hellstrahlern die Heizkomponenten direkt sichtbar bleiben verfügen Dunkelstrahler über hochwertige Frontplatten, die aus diversen Materialien gefertigt sind und alle Heizelemente abgedeckt halten.
  2. Großflächige Infrarotstrahler für den Innenraum eignen sich als Dunkelstrahler idealweise für den Einsatz als Hallenheizungen in Produktionsstätten, in gewerblichen Einrichtungen und Großraumbüros sowie in Wohnräumen. Sie werden dort in Form von Deckenplatten oder flachen Wandheizkomponenten eingesetzt.
  3. Strahlungsheizungen erfreuen sich einer immer größer werdenden Beliebtheit als effektive Wärmequellen für den Außenbereich im Wellenlängenbereich A-Kurzwelle. Auch hier werden Heizstrahler in gasbetriebene Terrassenheizstrahlgeräte, elektrisch betriebene Infrarotstrahler oder Quarzstrahler eingeteilt. In der Regel werden Elektro-Heizstrahler aufgrund der Luftqualität (CO2-neutral), der hohen Wärmeergiebigkeit sowie aus praktischen Gründen im Außenbereich bevorzugt. Sie strahlen auch bei kühlen Außentemperaturen eine wohlige Wärme ab und machen dann den Aufenthalt auf Terrassen und Balkons, aber auch in abendlichen Straßencafés weitaus angenehmer.
    Als permanente Wärmequelle für den Innenraum sollten Kurzwellen-Strahlungsheizungen nur benutzt werden, wenn eine punktgenaue Wärme innerhalb eines großen Raumes benötigt wird oder die Deckenhöhe größer als 5 Meter beträgt. Ansonsten kommen in Innenäumen immer Dunkelstrahler oder Infrarotheizplatten / Wärmewellenplatten / Deckenstrahlplatten im Wellenlängenbereich C-Langwelle zum Einsatz.

Effektive Einsatzmöglichkeiten von Strahlungsheizungen

  1. Deckenstrahlplatten zählen zu den wärmeeffizienten Strahlungsheizungen und finden vor allem in Wohnräumen, gewerblichen Bereichen, Werkhallen und Bürogebäuden Verwendung. Dabei wird von elektrischen Deckenstrahlplatten Wärme über die generierte Infrarotstrahlung im Wellenlängenbereich C-Langwelle an die Umgebung abgegeben. Diese kompetente Wärmeversorgungslösung sorgt für ein gleichbleibendes Klima und somit für angenehme Arbeitsbedingungen in einem produktiven Umfeld. Wärmestrahler an Decken sind in verschiedenen Formen und Designrichtungen mit direkter, flächenweiser Stabilisierung von Wärmewellenplatten, als Rasterdeckenheizungen oder als Hängeversion in diversen, gestalterisch interessanten Ausführungen (Bild oder Spiegelheizung) erhältlich und werden über ein externes Thermostat gesteuert.
  2. Infrarot-Heizstrahler in Form von Standgeräten sind in Räumlichkeiten wie Bade- und Schlafzimmer eine vorteilhafte Wahl und werden auch als Trockenvorrichtungen für Handtücher geboten. Eine Strahlungsheizung als Standgerät im Wellenlängenbereich B-Mittelwelle oder besser A-Kurzwelle ist flexibel aufstellbar und bringt den zusätzlichen Vorteil einer einfachen Justierbarkeit des Wärmestrahlwinkels. Sie können nicht mit einem Thermostat gesteuert werden und sind mit einem integrierten Stativ oder Standfuß ausgerüstet. Sie bieten eine hohe Stabilität mit Kippsicherheit. Andererseits besitzen großfomatige Infrarot Standheizgeräte ein hohes Eigengewicht und sollten an einem günstigen Standort mit optimalen Zugang zum Stromnetz stehen. Je nach IP-Schutzklasse lassen sie sich außerdem für den Außenbereich nutzen und können einfach und stressfrei auf Terrassen und an anderen Stellen rund um das Haus, Halle oder der Werkstatt aufgestellt werden.
  3. Bei einem Quarzstrahler handelt es sich um eine ähnlich aufgebaute Form von Strahlungsheizung im Wellenlängenbereich A-Kurzwelle, die elektrisch betrieben wird und im Handumdrehen selbst installiert werden kann. Die in Quarzröhren befindlichen Heizdrähte werden unverzüglich aufgehitzt und sorgen für eine besonders hohe Wärmeleistung und ein heimeliges Wärmegefühl. Auch bei einer Quarz-Strahlungsheizung werden zunächst Objektoberflächen und Personen im Raum erwärmt. Ein besonderes Funktionsmerkmal von Quarzstrahlern ist ihre akkurat ausgerichtete Strahlungskapazität. Sie bestechen mit ihrer unkomplizierten Aufbauweise, erwärmen sich in Sekundenschnelle und eignen sich für die bedarfsweise Erwärmung einer unregelmäßig genutzten Räumlichkeit. Gleichzeitig besitzen moderne Quarzstrahler als zusätzliche Heizmöglichkeiten recht viel Potential. Während sich die Anschaffungskosten für einen Quarz-Strahlungsheizung im Bereich des Erschwinglichen bewegen, summieren sich bei einer regelmäßigen Nutzung die Stromkosten zu einem nicht ignorierbaren Betrag.

Strahlungsheizung: Vorzüge und Nachteile

Ein spezieller Vorteil von Strahlungsheizungen ist ihre sofortige Aufwärmungskapazität ohne vorherige Anlaufzeit, was prinzipiell effektive Stromkosteneinsparungen zur Folge hat. Die Erwärmung von Wand- und Möbeloberflächen führt zu einer gleichmäßigen Temperaturverteilung im gesamten Raum und zu einem komfortablen Raumklima. Ein weiterer Vorteil ergibt sich aus dem Umstand, dass eine Austrocknung der Luft verhindert wird. Eine optimal angebrachte Strahlungsheizung bietet auf jeder Raumhöhe ein konstantes und gleichbleibendes Temperaturgefühl, das bis zu drei oder vier Grad höher liegt als der tatsächliche Messwert im Raum. Wärmewellenheizungen in Form von Platten sind so gestaltet, dass sie ein Maximum an Wärmestrahlung im Raum abgeben.

Heizungsplatten für Wände und Decken werden mit Strom betrieben und stellen die perfekte symbiose für Photovoltaik-Besitzer dar. Infrarot Heizungsplatten sind aufgrund ihrer Flexibilität zeiteffizient, wartungsfrei und ortsungebunden einsetzbar. Die Wärmewellenheizung kann ohne Energieverlust jederzeit ein- und ausgeschaltet werden. Weniger Energie wird verbraucht, um eine ideale Raumtemperatur zu erreichen, da das geschätzte Wärmegefühl der Personen im Raum die aktuellen, messbaren Raumtemperaturen bei weitem übersteigt. Es kommt definitiv zu geringeren Wärmeverlusten, da qualitätsvolle Heizungsplatten ihre Wärme direkt und ungehindert ausstrahlen.

Wärmewellenplatten sind mit innovativen Funktionen wie einer SmartHome Lösung kompatibel. Sie bestechen mit multifunktionellen Anwendungen und lassen sich per App, mit einem externen Thermostaten oder über eine Fernbedienung regulieren. Je nach Thermostat können vorprogrammierte oder selbst geschriebene Programme die Temepratur, Tageszeiten und Nachtabsenkung die Wärmeleistung regulieren.

Worauf bei der Anschaffung einer Strahlungsheizung geachtet werden sollte

Im Vorfeld empfiehlt sich eine Stromkostenberechnung für den Einsatz von Strahlungsheizungen im gewerblichen, kleingewerblichen Bereich oder in einem Haushalt. Analog der voraussichtlichen, täglichen Nutzungsdauer, der Raumgröße sowie der Raumhöhe und der Wärmedämmung des Gebäudes und der Heizintensität können durch näherungsweise Berechnungen die Leistung, Effizienz, Nachhaltigkeit und Rentabilität einer Strahlungsheizung kalkuliert werden.

Heizkörpermodelle für Strahlungsheizungen werden in diversen Ausführungen, Formen und Farben geboten, die umgehend und kompetent von einem Fachmann installiert werden können. Innovative Wärmwellenheizplatten sind für einen nachhaltigen und kosteneffektiven Betrieb mit einem verminderten Heizenergieverbrauch konzipiert.

Infrarot Strahlungsheizungen sind mit einer IP Schutzklasse gegen eindringendes Wasser, Fremdkörper und Staub zertifiziert, die normalerweise zwischen den IP Schutzklassen IP24 oder IP44 für den Innenraum und IP67 für den Außenbereich tendieren. So sind zum Beispiel Strahlungsheizungsplatten mit einer guten Schutzklasse von IP44 bis IP55 und höher gegen Spritz- bzw. Strahlwasser geschützt und können bedenkenlos an den Wänden oder der Decke eines Baderaumes angebracht oder als Infrarot Standheizungsmodell gewählt werden. Die anerkannten GS- und EMV-Kennzeichnungen weisen auf das Vorhandensein von standardmäßigen gesundheitlichen und sicherheitstechnischen Eigenschaften wie eine elektromagnetische Toleranz sowie zertifizierte Sicherheitsfaktoren hin, die für den unbedenklichen Betrieb einer sicherheitsgeprüften Strahlungsheizung erforderlich sind.

Fazit

Technisch ausgereifte Strahlungsheizungen haben sich als zukunftsweisende Formen von nachhaltiger, ressourcenschonender Wärmeerzeugung in modernen Räumlichkeiten erwiesen. Die Wärmeabstrahlung durch Strahlungsheizungen geschieht auf eine äußerst wohngesunde Art, deren Wärme als sehr komfortabel und angenehm empfunden wird. Schließlich macht die Abwesenheit von Feinstaubpartikeln eine Strahlungsheizung geradezu ideal für Menschen, die besonders allergieempfindlich sind.

Quellen

Historischer elektrischer Heizstrahler („Heizsonne“)
Strahlungsheizung in einer Flugzeugwartungshalle

Eine Strahlungsheizung oder Wärmewellenheizung ist eine Heizung, deren überwiegende Wärmeabgabe durch Infrarotstrahler in Form von Wärmestrahlung erfolgt. Sie unterscheidet sich von der Konvektionsheizung, die ihre Wärme überwiegend durch Konvektion abgibt. Man unterscheidet zwei grundsätzlich verschiedene Bauformen der Strahlungsheizung: die Hochtemperaturstrahler und die Niedertemperaturstrahler.

Allgemein

Physik

Jeder Körper, dessen Temperatur über dem absoluten Nullpunkt liegt, gibt Wärmestrahlung an seine Umgebung ab. Die Leistung und Wellenlänge dieser Strahlung hängt gemäß dem Stefan-Boltzmann-Gesetz und dem Wienschen Verschiebungsgesetz von der Temperatur des Strahlers ab:

Das physikalisch korrekt ausgedrückte Wirkprinzip der Strahlungsheizung – bezogen auf den Strahlungsanteil – ist der Strahlungsaustausch des Strahlers mit seiner Umgebung. Bei im Vergleich zur Umgebung sehr kleinflächigen Hochtemperaturstrahlern kann die Rückwirkung der Umgebung auf den Strahler vernachlässigt werden. Gemäß dem Stefan-Boltzmann-Gesetz ist die abgestrahlte Leistung etwa abhängig von der vierten Potenz der Temperatur. Bei höheren Temperaturen (rot bis gelb glühende Heizelemente) ist der Strahlungsanteil groß und lässt sich durch optische Reflektoren richten und bündeln. Somit ist die nutzbare Energie des Systems höher als bei Konvektion oder Wärmeleitung.

Die Wärmestrahlung (als Heizung oder abstrahlend als Kühlung) funktioniert auch bei Abwesenheit von Übertragungsmedien (also auch im Vakuum, so wie bspw. die Wärmestrahlung der Sonne durch das luftleere Weltall).

Abgrenzung zur Konvektionsheizung

Die Abgrenzung zwischen Strahlungsheizung und Konvektionsheizung ist nicht immer einfach:

  • Eine Strahlungsheizung hat immer gleichzeitig warme Bauteile, die die umgebende Luft erwärmen und damit Konvektion erzeugen. Sie wird als Strahlungsheizung bezeichnet, wenn der überwiegende Teil ihrer Wärmeabgabe durch Strahlung erfolgt.
  • Eine Konvektionsheizung ist warm und gibt damit gleichzeitig Wärmestrahlung ab. Sie wird als Konvektionsheizung bezeichnet, wenn der überwiegende Teil ihrer Wärmeabgabe durch Konvektion erfolgt.
  • Eine Heizleiste erzeugt als Konvektionsheizung einen dünnen Wärmeschleier vor einer Wand, erwärmt diese dadurch, die dann wiederum Wärme abstrahlt.

Prinzipien der Anwendung

Bei der Strahlungsheizung wird der überwiegende Teil der Wärmeenergie durch Wärmestrahlung direkt übertragen. Alle Gegenstände und Materialien, die Wärmestrahlung absorbieren, geben wiederum Wärme durch Wärmestrahlung und Wärmeleitung an vorbeistreichende Luft ab. Durch Wärmestrahlung erwärmte Luft gibt Wärme durch Wärmestrahlung und Konvektion ab. Im Gegensatz dazu wird bei einer Konvektionsheizung danach getrachtet, zum überwiegenden Teil die Raumluft zu erwärmen und als Wärmeträger zu nutzen und die Wärme durch Konvektion im Raum verteilt (nachteilig daran ist, dass Luft nur geringe Wärmespeicherkapazität hat). Bei beiden Heizungsarten wird Wärme auch in Wasserdampf als Verdampfungsenthalpie gebunden und durch Konvektion und Lüften abgeführt.

Wärmestrahlen erreichen und erwärmen

  • die oberste Schicht der Raumwände und der Möbel und Einrichtungsgegenstände,
  • die Bewohner der Räume
  • zu einem geringen Anteil die „Treibhausgase“ (CO2 und Wasserdampf) der Raumluft (siehe dazu Treibhauseffekt).

Die Hauptbestandteile der Atmosphäre, Stickstoff und Sauerstoff, haben als zweiatomige Moleküle weder ein statisches Dipolmoment noch ein Übergangsdipolmoment, sie werden durch Strahlung des infraroten Lichts nicht angeregt.

Fensterglas ist für langwellige Wärmestrahlung praktisch undurchlässig[1], langwellige Wärmestrahlung wird dabei entweder (entsprechend dem Wärmedurchgangskoeffizienten respektive Wärmedurchlasskoeffizienten der Glassorte) absorbiert oder zurück in den Raum reflektiert[2]. Die Reflexion ist vom Einfallswinkel abhängig (siehe dazu Reflexionsgrad, Reflexionsfaktor und Totalreflexion). Dagegen ist Fensterglas für eintretende kurzwellige Wärmestrahlung der Sonne (zwischen 0,2 und 2,5 μm) beinahe zu 100 % durchlässig (siehe Energiedurchlassgrad), dieser mögliche Wärmeeinfall und die Undurchlässigkeit für Raumwärme wird deshalb auch bei Solarthermiekollektoren und Glashäusern genutzt.

Charakteristiken

Zu den Vorteilen von Infrarotheizungen zählen die niedrigen Investitionskosten, die nicht nötige Wartung und Instandhaltung, die kurze Reaktionszeit und ein hoher Wirkungsgrad am Ort der Heizung durch vollständige Wandlung von elektrischer Energie in Wärmeenergie (Stromerzeugung nicht mit berücksichtigt).[3] Nachteilig ist insbesondere die geringe Energieeffizienz und damit der hohe Stromverbrauch, sodass Infrarotheizungen gemäß Martin Pehnt vor allem für sehr effiziente Gebäude geeignet sind. Verglichen mit Wärmepumpenheizungen benötigen Infrarotheizungen etwa dreimal so viel elektrische Energie. Aufgrund dieser Eigenschaften erweisen sich Infrarotheizungen ebenfalls als Problem für die Stromversorgung, da sie die Spitzenlast an kalten Wintertagen unverhältnismäßig stark ansteigen lassen.[4] Damit einher gehen folglich auch hohe Betriebskosten, da viel Strom bezogen werden muss, und bei Bezug von Strom aus fossilen Energien hohe Treibhausgasemissionen. Zudem muss im Gebäude eine separates System für die Erzeugung von Warmwasser installiert werden.[3]

Niedertemperaturstrahler

Niedertemperaturstrahler sind in der Regel Heizkörper, über die anderweitig erzeugte oder gespeicherte Wärmeenergie emittiert wird. Wirkmedien sind entweder Warmwasser (über Heizschlangen, Heizkörper oder Heizleisten) oder in Folien eingebettete flächige elektrische Heizmatten (aus Graphit oder Ruß). Gängige Bauformen dabei sind Fußbodenheizung, Wandheizung oder Deckenheizungssysteme, es gibt aber auch Sonderbauformen (z. B. Bauteilheizung) für spezielle Anforderungen.

Strahlungsheizkörper im Niedertemperaturbereich benötigen auf Grund ihres Funktionsprinzips eine wesentlich größere raumseitige Abstrahlfläche als ein Konvektorheizkörper. Sie können in raumbegrenzende Bauteile integriert sein (Vorteil: kein eigener Platzbedarf – Nachteil: schlechte Wartbarkeit) oder als flache Bauelemente auf Wand oder Decke appliziert sein (Vorteil: leichte Wartbarkeit – Nachteil: bei Wänden: evtl. Wegfall von Stellplatz).

Hochtemperaturstrahler

Handelsüblicher elektrischer Hochtemperatur-Heizstrahler
Kopfbereich eines gas­betriebenen Terrassenstrahlers

Bei den Hochtemperaturstrahlern wird die Heizenergie am oder im Abstrahlbauteil erzeugt und mit hoher Temperatur abgestrahlt. Diese Heizungsform wird verwendet, um über einen größeren Abstand oder in größerem Umfang Heizenergie abzugeben. Beispiele dafür sind

  • elektrische Heizstrahler, z. B. Badzusatzheizung und Wickeltischwärmer, sowie
  • Gasheizstrahler, z. B. der katalytische Bauheizer, Terrassenstrahler (in der Alltagssprache auch Heizpilz genannt, was auch als Marke eingetragen ist[5], und in Österreich Heizschwammerl genannt) und die industrielle Hallenarbeitsplatzheizung.

Durch die hohe Temperatur besteht zumindest Verbrennungsgefahr, in der Regel sogar Brandgefahr, der durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen (Abschirmung, Anbringung außerhalb des Arbeitsbereichs, Abstände zu anderen Gegenständen) begegnet werden muss.

Nach rasch steigender Beliebtheit existieren wegen der hohen Kohlendioxidemissionen in vielen größeren Städten und deutschen Bundesländern Verbote für den Einsatz von gasbetriebenen Terrassenstrahlern in öffentlichen Betrieben wie Gaststätten. Ein Verbot für die gelegentliche private Nutzung existiert nicht.[6][7]

Elektrischer Betrieb

Elektrischer Heizstrahler für einen Wickeltisch

Bei einer Strahlungsheizung erhitzt sich eine von elektrischem Strom durchflossene Heizwendel oder ein Heizstab und strahlt dadurch Wärme in Form von Infrarotstrahlen ab. Hinter dem Glühkörper befindet sich ein Spiegel, der die Infrarotstrahlen in eine Richtung lenkt. Da der Glühkörper mehrere hundert Grad Celsius heiß wird, ist stets ein Berührungsschutz angebracht. Der Glühkörper ist vom Aufbau her eine um einen Keramikkern zur Isolation gegen Kurzschluss gewickelte Heizspirale. Die Heizspirale des Glühkörpers wird auch Glühwendel genannt.

Heute werden elektrische Infrarotheizstrahler in vielen Bereichen eingesetzt, z. B. in der Gastronomie und im privaten Bereich als Außen-Heizung, Zusatzheizungen in Badezimmern und überall dort, wo kurzfristig Wärme benötigt wird. Spezielle Wickeltisch-Heizstrahler sind für den Wickelplatz von Babys konzipiert, meist sind diese mit 600 W Heizleistung und mit Splitterschutz (wegen Quarz-Heizstab) ausgelegt. Neuere Geräte besitzen eine Abschalt-Automatik (meist nach 10 oder 20 Minuten Heizbetrieb).

Eine Sonderform des elektrischen Heizstrahlers ist die Rotlichtlampe, bei der die über den Glühfaden erzeugte Wärmeenergie hoch genug ist, um aus kleinerem Abstand medizinisch wirken zu können. Aber auch hier ist eine Brandgefahr nicht auszuschließen (unbemerkter Stoffkontakt während der Bestrahlung).

Eine bedeutsame Sonderform des elektrischen Heizstrahlers ist die Glühlampe. Bei dieser Bauform wird zwar auch der größte Teil der eingesetzten Energie in Wärmestrahlung umgesetzt. Ein gemessen an anderen Bauformen hoher, gleichwohl insgesamt immer noch geringer Teil der Strahlung (ca. 5 % der eingesetzten Energie) wird jedoch im sichtbaren Bereich des Spektrums emittiert. Dies gelingt, indem der Glühkörper in ein Schutzgas eingeschlossen wird, was höhere Temperaturen des Glühkörpers ermöglicht.

Literatur

  • A. Kollmar und W. Liese: Die Strahlungsheizung. 4. Auflage. R. Oldenbourg, München 1957.
  • Bernd Glück: Strahlungsheizung – Theorie und Praxis. Verlag für Bauwesen, Berlin / C. F. Müller-Verlag, Karlsruhe 1982, ISBN 3-7880-7157-5. Auszüge online

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Claus Meier: Bauphysik des historischen Fensters, Informationsschriften der Deutschen Burgenvereinigung e.V., Beirat für Restaurierung, PDF-Datei
  2. F.Frieß: Wechselwirkung von Strahlung mit Glas und Glasbeschichtungen PDF-Datei
  3. a b Faktencheck: Vor- und Nachteile von Infrarotheizungen. In: Energieinstitut Vorarlberg, abgerufen am 22. Mai 2022.
  4. Rosige Zeiten für Wärmepumpen. In: PV-Magazine, 12. Mai 2022. Abgerufen am 22. Mai 2022.
  5. So gefährlich ist der Heizpilz wirklich. In: welt.de. 30. Januar 2008, abgerufen am 19. April 2016.
  6. Heizpilze müssen im Winter aus bleiben. In: Süddeutsche Zeitung. 13. Dezember 2017, abgerufen am 21. Dezember 2018.
  7. Städte verbieten Heizpilze – Keine "Killerpilze" im Café. In: taz. 11. November 2007, abgerufen am 21. Dezember 2018.

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